Düsseldorf mit Strich und Farben

Monatliche Kolumne in der Westdeutschen Zeitung mit einer Zeichnung aus Düsseldorf und Texten von Carina Grode.

04|20 Ernst-Reuter-Platz

 

Abstand halten – zum Glück gilt das nicht für Mitbewohner. Besonders nicht, wenn sie klein und wuschelig sind. Im Gegenteil: Da ist es sogar am besten, nur gemeinsam das Haus zu verlassen und sich nicht allzu weit voneinander zu entfernen.


03|20 Volksgarten

Der Kormoran im Volksgarten hält nichts von Hamsterkäufen im Supermarkt. Er bleibt lieber auf seinem Lieblingsstein sitzen und sammelt Sonnenstrahlen. Die verteilt er dann großzügig an vorbeieilende Parkbesucher, wenn es mal wieder nieselfieselgrau ist.


02|20 Carlsplatz

Kunst im öffentlichen Raum lebt ja oft so neben einem her. Bei manch einer guckt man aber doch öfters hin – zum Beispiel bei den übergroßen Ketten in der Parkhaus-Fassade am Carlsplatz. Ach ja, fällt dann so manchem Wochenmarkt-Besucher ein: Ich brauch noch Schmuck!


01|20 Apollo Theater

Ein Varieté-Theater unter einer Brücke, das sei doch absurd. Wie die Artisten ihre Beine verbiegen können, ist auch absurd. Wie gut, dass es Menschen gibt, die es trotzdem machen. Und Menschen, die ihr „Absurd“ am hellleuchtenden Eingang abgeben, um sich auf Neues einzulassen.


12|19 Weihnachtsmarkt

Immer schneller dreht sich das Karussell auf Weihnachten zu. Da ist es wichtig, zwischendurch auch mal kurz abzusteigen und innezuhalten. Das geht am besten mit Glühwein in der einen und Mandeln in der anderen Hand. Ist alles weggeknabbert, ist schon fast Weihnachten.


11|19 K21

Da sitzen sie, vor dem Eingang des K21: Vater Rhein und seine Töchter. Die wechselnden Ausstellungen immer im Blick. Hin und wieder, an ruhigen Montagen, gehen sie auch hinein und schauen eine an. Am liebsten was mit Wasser.

 


10|19 Ehrenhof

Ganz schön usselig draußen. Da huscht man besser schnell ins Museum und gönnt sich einen heißen Tee und gute Kunst. Es sei denn man ist ein Bronze-Nashorn. Dann kann man entspannt liegenbleiben und warten, bis man grün wird.

 


09|19 Ueckerplatz

Wenn es Abend wird, guckt der alte Hafenkran, ob die Luft rein ist. Dann quietscht er leise rüber zur Hammer Straße und holt sich eine Pommes. Aber nicht die mit Blattgold, rot-weiß reicht ihm völlig. Auf dem Rückweg versucht er, sich nicht in den Gehry-Bauten zu spiegeln.

 


08|19 Volksgarten

Im Volksgarten wurde der Wasserspielplatz neu gemacht. Die Nilgänse sind auch gleich mal gucken gegangen, aber der wasserspeiende Drache war ihnen nicht ganz geheuer. Deswegen stehen sie jetzt lieber wieder entspannt an ihrer Düssel.

 


07|19 Kirmes am Rhein

Mutprobe auf der Kirmes. Stufe 1: Gucken gehen und Reibekuchen essen. Stufe 2: Die Achterbahn mit den Loopings ausprobieren. Stufe 3: Rucksack packen und endlich mal der junge Mann sein, der zum Mitreisen gesucht wird.

 


06|19 Botanischer Garten

Ein Buch ist wie ein Garten für die Tasche, sagt ein Sprichwort. Aber viele Bücher machen die Tasche auch ordentlich schwer und dann ist ein richtiger Garten vielleicht doch ganz schön. Wie gut, dass es von der Unibibliothek bis zum Botanischen Garten gar nicht weit ist.

 


05|19 Immermannstraße

Kinder überblicken so manche Situation einfach besser. Obwohl sie so klein sind. Deswegen kann man sie gar nicht hoch genug heben. Höher als die ersten Balkons sollte der elterliche Schultersitz schon sein. Und dann gut zuhören.


04|19 Dreisegelbrunnen